Schätzen und schützen

Kreuzworte
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Kreuzwort vom 05.09.2026

Unsere Welt ist komplex. Menschen haben schon so vieles erforscht und doch bleiben immer noch viele Rätsel. „Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“ Dieses Zitat aus dem Buch Hiob aus dem Alten Testament ist das Motto des Ökumenischen Schöpfungstags 2026. Es geht dabei um die Frage, ob der Mensch verstehen kann, wie alles Leben miteinander verbunden ist und voneinander abhängt. An diesem ersten Wochenende im September wird im Alten Botanischen Garten der Marburger Universität der 17. Ökumenische Schöpfungstag eröffnet. Christliche Kirchen erinnern daran, wie wichtig es ist, diese Welt und unsere Erde zu schützen. 

Einer der ältesten botanischen Gärten eignet sich gut, um den Blick auf die Vielfalt der Pflanzenwelt zu lenken, die heutzutage bedroht ist. „Mit jeder Pflanzenart, die ausstirbt, geht ein wertvoller Schatz verloren und oftmals auch die Lebensgrundlage für andere Pflanzen oder Tiere.“ Die „Weite der Erde“ zu erkennen bedeutet auch, zu begreifen, welche Konsequenzen unser Handeln weltweit hat. Vielleicht denken Sie jetzt spontan daran, wie zerstörerisch das Eingreifen des Menschen in die Natur oft wirkt. Das war auch mein erster Gedanke und ich halte ihn für wichtig. Aber ich möchte mal die Perspektive wechseln: Alles, was wir tun, um der Zerstörung der Natur, dem Artensterben oder dem Klimawandel entgegenzuwirken, kann ebenfalls weltweite Auswirkung haben. Das Konzept des Ökumenischen Schöpfungstags ist darauf ausgerichtet, uns Mut zu machen und zu zeigen, dass wir nicht allein sind. Ob in christlichen Gemeinschaften oder in Vereinen oder in der Politik – gemeinsam können wir etwas bewegen zum Besseren hin. 

Zu erkennen „wie weit die Erde ist“ kann auch bedeuten, dankbar die Vielfalt der Schöpfung zu bestaunen, Naturschauspiele zu genießen, jedes neue Leben als kleines Wunder anzusehen. „Jeder Teil dieser Erde ist meinem Volk heilig“ – das soll Häuptling Seattle 1855 in einer Rede gesagt haben. Der Komponist Helge Burggrabe hat diese Worte neu vertont und geringfügig verändert: „Jeder Teil dieser Erde ist mir heilig“. Es ist eine kleine Änderung mit großer Bedeutung. Burggrabe meint, wir würden anders handeln, wenn wir mit innerer Überzeugung sagen können, die Erde ist uns heilig. Was uns heilig ist, werden wir schätzen und deshalb auch schützen. 

Brigitte Glaab, alt-katholische Priesterin, Aschaffenburg