Deutschland rüstet auf

Kreuzworte
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Kreuzwort vom 18.07.2026

„Friede sei mit euch“ – so grüßt der Auferstandene seine Freundinnen und Freunde. Dieser Gruß soll auch am Anfang dieses Geistlichen Wortes stehen. Denn, gibt es Wichtigeres in unruhigen Zeiten?

Deutschland rüstet auf. Die Nachrichten zu militärischen Zielgrößen überschlagen sich: stärkste konventionelle Armee Westeuropas, weltweit zweitgrößte militärisch nutzbare Satellitenanzahl, bewaffnete Killerdrohnen mit großer Reichweite. Der Haushalt für Arbeit & Soziales bleibt der größte bei den Ausgaben des Bundes.  Der Anteil der Ausgaben für Militär und Sicherheit wächst jedoch stetig, von ca 16% im Jahr 2025 auf ca 21% im Jahr 2027 (mittlere Schätzwerte).

Mir ist mulmig: Sind wir auf dem richtigen Weg?

Die christliche Tradition kennt Spannungen. Martin Luther urteilt nüchtern: Wären wir alle gute Christinnen und Christen, bräuchten wir weder Polizei noch Militär. Da wir es nicht sind, setzt Gott der Gewalt eine staatliche Ordnung entgegen. Luther kann sich dabei auf Jesus berufen: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“

Daneben steht die breite Friedenstradition der Kirchen, die militärische Mittel grundsätzlich infrage stellt. Auch sie beruft sich auf Jesus: Er reitet nicht auf einem Schlachtross, sondern auf einem Eselchen in Jerusalem ein. In Gethsemane steckt Petrus sein Schwert weg. „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“

Ich selbst habe als junger Mann in der Bundeswehr gedient – und bin zu den großen Friedensdemonstrationen gegangen. Heute bin ich dankbar, in einem Land zu leben, das die Freiheit schützt, den Dienst an der Waffe zu verweigern, und in dem militärische Einsätze nur nach Beschluss des Bundestags erfolgen. Dankbar auch für die Vereinten Nationen – trotz aller Blockaden im Weltsicherheitsrat.

Zwischen Auftrag des Staates und Ruf Christi bleibt ein Ringen. Christlicher Friede ist mehr als die Abwesenheit von Krieg. Er beginnt im Herzen, sucht Gerechtigkeit und fördert das Leben. Ob es tatsächlich beides braucht: nüchterne Verantwortung – und die entschiedene Sehnsucht nach Frieden, die unsere Mittel begrenzt, unser Reden mäßigt und unser Beten schärft?

Möge Gott verhüten, dass unsere wachsenden militärischen Möglichkeiten jemals gebraucht werden. Und wenn Verantwortung gefordert ist, dann bitte unter Recht, mit Maß – und im Licht des Friedefürsten.

Bleiben Sie Gott behütet.
Ihr Heiner Spittler, Pfr. i.R.