Kreuzwort vom 04.04.2026
Jetzt wünschen wir uns gegenseitig „Frohe Ostern!“ Wollen wir Christen diesen Gruß noch vertiefen, stimmen wir ein bekanntes Lied an: „Christ ist erstanden von der Marter alle. Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.“ In ihm drücken wir unsere Hoffnung auf ewiges, erfülltes Leben aus, das wir in Kreuz und Auferstehung Jesu Christi begründet glauben. Kreuz und Auferstehung sind die beiden Seiten der einen Medaille. Sie führen zum österlichen Frieden.
Um dem nachzuspüren, möchte ich uns einen Begleiter anbieten. Es ist Franziskus, der „Poverello“ aus Assisi. In diesem Jahr werden wir am 3. Oktober seinen 800. Todestag begehen. Papst Leo XIV. würdigt in diesem Zusammenhang den Heiligen als großen Friedensstifter und er hofft, „dass die Botschaft des Friedens heute in Kirche und Gesellschaft ein tiefes Echo finden möge.“ Worin aber liegt der Frieden des Hl. Franziskus?
Vor zwei Jahren feierte die Franziskanische Welt bereits 800 Jahre Stigmatisation (Empfang der Wundmale Jesu Christi) des Hl. Franziskus. Am 17. September, nach dem Fest „Kreuzerhöhung“, feiern die Franziskaner jedes Jahr diesen bedeutenden Gedenktag. Die Stigmatisation des Heiligen bezieht sich auf die Ereignisse von 1224 in La Verna, östlich von Florenz gelegen, in den rauen Höhen des Apennins.
Franziskus, der sich in der größten Krise seines Lebens und seiner Berufung befindet, erlebt dort den Karfreitag seines Lebens. Es bedrücken ihn die Erinnerung an die Sünden seiner Jugend und es belastet ihn die Entwicklung seiner Gemeinschaft. Gibt es noch eine Zukunft nach dem Karfreitag?
P. Leopold Mader OFMconv sagte mir im Blick auf die Stigmata des Hl. Franziskus: „Niemand kommt ungezeichnet davon, wenn er nur nahe genug herangekommen ist: Eine Auszeichnung? - Ja - aber nur wie eine klaffend-sehnsüchtige Wunde.“
Die „Legenda maior“ schildert, Franziskus habe nach einer Nacht des Gebets auf La Verna einen Seraph, einen Engel, mit sechs mächtig leuchtenden Flügeln wahrgenommen, der in sich den Gekreuzigten preisgab. Freude und Trauer erfüllen Franziskus: Österliche Freude über das Schauen Jesu auf ihn und tiefe Trauer über sein Schauen auf den leidenden Herrn am Kreuz.
Worin liegt nun der Frieden des Hl. Franziskus? Dort, wo er den Karfreitag seines Lebens - die „Marter alle“ - aushielt und Jesus selbst ihm Ostern schenkte, das Fest seines Friedens.
Stiftspfarrer Martin Heim, Dekan