Kreuzwort 7. Februar 2026
Was würden Sie sagen: Dankbar sind die Glücklichen oder Glücklich sind die Dankbaren? Die Glücksforschung gibt dem Benediktiner David Steindl-Rast Recht, der sagt: der Schlüssel zum Glück ist die Dankbarkeit.
Für mich ist Dankbarkeit eine menschliche Grundhaltung, die wesentlich dazu beiträgt, dass Menschsein gelingen kann. Und um es gleich vorweg zu nehmen und Missverständnissen vorzubeugen: Ich meine damit nicht die moralische Kategorie des Danken-müssens, die Erwachsene auch gerne den Kindern beigebracht haben.
Hinter dem Gedanken des Dankens, als Schlüssel zum Glück, steht für mich die Einsicht, dass alle wesentlichen Dinge im Auf und Ab des Lebens geschenkt sind. Und: auch wenn ich ein aktiver Mensch bin, der sich nicht vor Verantwortung scheut, habe ich in meinem Leben gelernt, dass man das Wesentliche im Leben nicht „machen“ kann. Es hat einen Geschenkcharakter - gratis. Das alte Wort Gnade kommt daher und so bringt das Lied „Wechselnde Pfade, Schatten und Licht, alles ist Gnade, fürchte Dich nicht “ dies in klarer Weise zum Ausdruck.
Wie alle wichtigen Dinge im Leben ist es auch mit der Dankbarkeit so, dass man sie einüben muss. Das gilt übrigens für Kinder wie für Erwachsene: Was man nicht übt, wird nicht zur Haltung. Es fängt damit an, dass man lernt hinzuschauen, was einem eigentlich jeden Tag so geschenkt wird. Gerade – während ich dies Kreuzwort schreibe - sitze ich zum Beispiel am Fenster und freue mich an der Sonne. Es ist eben nicht selbstverständlich. Und indem ich das wahr nehme, verändert sich auch etwas in mir. Wenn ich abends im Bett liege und mir überlege, wofür ich heute dankbar bin, merke ich, wie reich die Tage sind. Mein Blick geht dann zwei Richtungen: wem oder was habe ich zu danken? Und wofür danke ich?
Ich merke dann immer wieder, wie sehr ich mit Menschen und der mich umgebenden Welt verbunden bin. Daran dockt sich als Folge Freude und Glück an. Diese Verbundenheit ist auch Ausdruck meiner Religiosität. Das Wort „religio“ bzw. „religare“ kommt aus dem Lateinischen und meint dieses Anbinden, sich verbinden und Vertrauen in diese Bindungen und Beziehungen zu entwickeln.
Dem Mystiker Meister Eckhart wird der Satz zugeschrieben: „Wäre das Wort ‚Danke‘ das einzige Gebet, das du je sprichst, so würde es genügen.“
Ein Dank, der aus tiefem Herzen kommt verbindet uns mit dem Urgrund unseres Seins und lässt uns spüren: Wir können Vertrauen haben und uns trotz alldem, was unmenschlich und destruktiv ist, an der Welt erfreuen. Insofern: genießen sie die jetzt kommenden „tollen“ Tage denn: Glücklich sind die Dankbaren.
Dr Peter Müller
Theologe und Pädagoge