Der Wind der Fastenzeit weht uns noch immer an. Es gilt, mit manchem ihrer Worte in Klausur zu gehen und es von Innen her zu beleuchten. So das Wort „Demut“. Allzu gerne wird es von den Mächtigen oder Möchtegernmächtigen missverstanden, wenn sie Menschen oder ganze Völker unter ihr eigenes Wertejoch stecken, damit sie vor ihnen kriechen oder als Untertanen buckeln.
Am Schreibtisch fällt mein Blick auf den kleinen Zettel, der seit Jahren von meinem alten in den neuen Terminkalender wandert. Auf ihm steht ein Ausspruch von Yannis Ritsos. Dieser griechische Dichter hat im letzten Jahrhundert unter einer Diktatur gelebt und wurde in die Verbannung geschickt. Der Satz lautet: „Jeder Mensch hat einen Himmel über seiner Wunde und einen kleinen gesetzwidrigen Frühlingszettel in seiner Tasche.“
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https://www.sonntagsblatt.de/artikel/kirche/dekanat-aschaffenburg-im-portrait