Geld regiert die Welt?

Kreuzworte
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Kreuzwort vom 14.02.2026

So hat es derzeit den Anschein. Tech-Milliardäre, von denen jeder mehr besitzt als der gesamte Staatshaushalt vieler Staaten. Ölgeschäfte, die florieren, als gäbe es keinerlei Verantwortung für den Schutz des Klimas. Der Dow Jones, der erstmals die magische Marke von 50.000 Punkten überschritten oder der deutsche DAX, der im Januar die 25.500 Marke geknackt hatte. Und weiterhin besitzt in Deutschland die untere Hälfte der Bevölkerung nur 3% des Vermögens.

Der Kommunismus ist geschichtlich gescheitert. Schon zu biblischen Zeiten ist ein urchristlicher Liebeskommunismus ganz schnell wieder aufgegeben worden. Alle Menschen sind gleich viel wert, weil Gott uns geschaffen hat. Weil wir aber höchst unterschiedlich sind, sind wir dementsprechend nicht alle gleich. Ganz im Gegenteil. Wir unterscheiden uns nicht nur dem Aussehen nach, sondern auch in unserer Leistungsbereitschaft und darin, was wir – wortwörtlich – verdienen. Jesus sagt: Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert. In manchen seiner Gleichnisse vergleicht er Gott sogar mit einem Arbeitgeber. Ein gesetzlich verankerter Mindestlohn oder eine progressive Einkommensteuer sind also biblisch durchaus gut begründbar. Oder anders ausgedrückt: Leistung muss sich lohnen. Was denn sonst? Aber tut sie das wirklich? Leistet ein Minenarbeiter im Kongo wirklich so wenig, dass er nur ein paar Münzen für einen Tag Schufterei bekommt? Leistet eine Kassiererin oder ein Landwirt, ein Berufskraftfahrer oder eine Pflegekraft wirklich dreißig- oder hundertmal weniger als ein Manager eines internationalen Konzerns? Kann man überhaupt eine Milliarde Euro verdienen?

Der Kommunismus ist weitgehend Geschichte. Gut so. Ist es aber nicht auch der derzeitige grenzenlose Kapitalismus? Wohlstand für möglichst viele Menschen erreicht man ganz offensichtlich nicht, wenn einige wenige immer reicher und viele andere gleichzeitig immer ärmer werden. Wenn wirklich Geld die Welt regiert, wird es zum Götzen und wir sind alle arm dran. Selbst die Superreichen. Denn das Geld glücklich macht, ist längst als Märchen entlarvt. Wo aber Gott regiert, bleibt Geld das, was es schon immer war, ein nützliches Tauschmittel. Wovon jeder das bekommt, was er verdient. Oder anders ausgedrückt: Wer arbeitet, muss von seiner Hände Arbeit – oder besser: von seinem gottgegebenen Verstand – auch leben können. Im Kongo ebenso wie in Deutschland.

Rudi Rupp
evang. Dekan am bayer. Untermain