Ein herzliches Dankeschön

Bibel
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Drehen Sie auch die Heizung runter oder fahren weniger mit dem Auto? Oder waren Sie schon immer sparsam und sagen sich: Indem wir frieren, werden wir Putin nicht stoppen. Der Griff am Thermostat oder der Druck am Gaspedal jedenfalls mögen Sinnbild dafür sein, wie es vielen Menschen zurzeit geht. Sie sind verunsichert. Nicht wenige haben Angst. Der Konsumgüterindex fällt, die Preise für Wärme und Sprit steigen und alte Gewissheiten bröckeln.

Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. So heißt es im Römerbrief im 8. Kapitel. Ist damit alles gut? Natürlich lohnt es sich gleich doppelt, mutig Energie zu sparen und auf nicht-fossile Energiequellen zu setzen. Selbstverständlich helfen wir Flüchtenden aus der Ukraine. Die Spendenbereitschaft und das ehrenamtliche Engagement vieler Menschen sind bewundernswert. Ein herzliches Dankeschön für jede noch so kleine Hilfe!

Und doch werden auch die christlichen Kirchen umdenken müssen. Indem wir vom ökumenischen Zeitalter gesprochen haben, schauten wir fast ausschließlich auf die evangelisch-katholische Annäherung – und dabei gerieten die orthodoxen Kirchen, insbesondere die russische, aus dem Blick. Die arbeitet schon seit Jahren nicht mehr mit beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf und auch nicht bei uns in Aschaffenburg. Das darf nicht so bleiben. Nachdem unsere Kirche eine Friedensdenkschrift herausgab, gab sie sich der Illusion hin, als müssten alle so denken. Dass es aber auch eine christliche Pflicht zur Verteidigung des eigenen Landes gibt, wollten wir lange Zeit nicht mehr hören. Frieden schaffen ohne Waffen? Man würde so gerne daran glauben wollen. Der 24. Februar 2022 markiert eine Zeitenwende. Auch in der Kirche.

Rudi Rupp, Dekan